Die richtige Basis
Grundlage für die entspannte Urlaubstour ist auch die Auswahl des passenden Basisfahrzeuges.
Die Basisfahrzeuge im Reisemobilmarkt haben sich verändert: So setzen Wohnmobilhersteller zunehmend auf alternative Transportermarken, um Lieferfähigkeit und Auswahl zu gewährleisten.
Die Entscheidung für ein Reisemobil-Basisfahrzeug wird von bestimmten technischen und persönlichen Faktoren bestimmt: Von der Antriebsposition, den werkseitig lieferbaren Radständen, dem Angebot an Komfort-, Sicherheits- und Sonderausstattungen und natürlich auch vom Image der Marke. Obwohl mit dem Ford Transit, dem Mercedes-Benz Sprinter, dem VW Crafter/MAN TGE und dem komplett erneuerten Renault Master nun mehrere, fast gleichwertige Basis-Fabrikate zur Auswahl stehen, heißt in Deutschland und Europa die Reisemobilbasis zum überwiegenden Teil (2025 – 41,8 Prozent Marktanteil bei Reisemobilen in Deutschland) immer noch Fiat Ducato, der mit einem weiteren Facelift 2024 in die Modellreihe neun gegangen ist. Die Entwicklung bei Stellantis bedingten, dass Marken wie Ford mit seinen Transit-Baureihen, Volkswagen mit den Transportern T7 und Crafter, MAN mit dem TGE sowie Mercedes-Benz mit dem Sprinter kräftig Marktanteile gutmachen konnten. Bei all der technischen Angleichung der Fahrzeuge, sind mittlerweile das Servicenetz und der Service ein wesentliches Auswahlkriterium. Ohne Ausnahme kommen alle in Europa verwendeten Basisfahrzeuge aus dem Nutzfahrzeugbereich, abstammend von leichten Transportern. Alle Basisfahrzeughersteller haben ihre Motorenpaletten auf die Endstufe der Emissionsklasse Euro 6e erneuert. So verbinden die aktuellen Modelle weitgehend annehmbare Alltagstauglichkeit mit sauberen Dieselmotoren und viel Elektronik in Form von Fahrerassistenzsystemen. Die Wohnmobilfahrer können auf umweltgerechte Fahrzeuge mit hoher Sicherheit bauen. Trotz einer gestiegenen Nachfrage hat der Bereich E-Mobilität in der Caravaning-Branche auch weiterhin noch keinen nennenswerten Marktanteil.
Hohes Preisniveau
Ärgerlich bleibt das Generalproblem Preisentwicklung. Die Probleme in den Lieferketten, der Zollwahnsinn der USA und neue EU-Verordnungen haben die Preise für Materialien und damit auch für die Technik der Basisfahrzeuge in den letzten zwei Jahren explosionsartig ansteigen lassen. So sind im Endresultat durch die gestiegenen Einkaufskosten der Hersteller die Preise für den Endkunden so drastisch gestiegen, dass die Endkunden bei dem aktuellen Überangebot an Fahrzeugen die Verkaufspreise nicht mehr akzeptieren und mit einer spürbaren Kaufzurückhaltung reagieren. Preisreduzierungen quer durch die Lieferketten und Industrie würden die Lage wieder an ein Normalniveau anpassen. Also preisbewusst kalkulieren, wieder handwerklich sauber beraten und verkaufen und den Service und das After-Sales Geschäft nicht vergessen. Dann klappts auch mit dem Kunden, der durch die aktuelle Situation kräftig „Höhenluft“ schnuppert.
Der Trend: Allradantrieb ist stark im Kommen
Zum Grundsätzlichen gehört die Antriebs-Position wie Front- oder Heck- oder Allradantrieb. Eindeutig bevorzugt wird - mehr bei den Herstellern als bei den Endkunden - der Frontantrieb, weil er im meist ebenen und nicht durch Kardan- und Antriebskonstruktion beeinträchtigten Ladebereich relativ freies Spiel beim Ausbau und in der Gestaltung des Innenraums zugesteht. Nachteile: Die Hecklastigkeit durch die Aufbauten nimmt der Vorderachse einiges an Traktion und der Wendekreis fällt erheblich größer aus als beim Hecktriebler. Vorteil aber auch: Die Geradeauslauf-Eigenschaften sind meist besser als bei einem Hinterachsantrieb. Aktueller Trend – und das haben im Moment Ford, Mercedes, VW und MAN im Angebot – ist die Tonnage-abhängige Wahlmöglichkeit der Antriebsart, was technisch auch die Aufrüstung auf einen 4x4-Antrieb erleichtert und preislich interessant werden lässt. Während bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse meist der Frontantrieb bevorzugt wird, wird für die höheren Tonnagen der Heckantrieb angeboten. Das hat seinen Grund: Die 3,5 Tonnen-Klasse ist europaweit im Reisemobilbau führend, weil die EU-Führerscheinregelung die Tonnage noch begrenzt (Eine Erweiterung auf 4,25 t ist auf dem EU-Weg) . Kleine Camper bis zur „Bulliklasse“ agieren auch unter 3,5 Tonnen, wobei große Kastenwagen, insbesondere bereits serienmäßig gut ausgestattete Allradmodelle mit Automatik, auch über 4 Tonnen zulässiger Gesamtmasse immer häufiger angeboten werden. Letztere sind legal nur durch die offizielle Reduzierung der Personenanzahl mit dem Führerschein Klasse B zu bewegen.
Sauber – sicher – schick – die aktuellen Basisfahrzeuge
Neben einigen Facelifts und Optimierungen sind die „Basis-Nutztiere“ nun mit serienmäßigen und optionalen Fahrerassistenzsystemen in Sachen Bordelektronik und Sicherheit auf dem aktuellen Stand der Technik. Ein wichtiger Punkt ist die Ergonomie, die im Fahrerhaus herrscht. Der Arbeitsplatz im Transporter wird immer mehr die gute Stube im Freizeitfahrzeug. Im Nutzfahrzeugbereich gelten andere Kriterien als im Pkw-Bau, dennoch geht der Trend der aktuellen Basisfahrzeuge eindeutig zur Pkw-ähnlicher Anmutung in Design, Ausstattung, Handling und letztlich auch im Sicherheitsstandard. Ganz wichtig, besonders zu Zeiten der aktuellen Umweltdiskussion sind heute der Verbrauch und die Schadstoffklasse der Basisfahrzeuge. 99,9 Prozent der Kastenwagenmobile werden von einem Dieselaggregat befeuert, alle aktuellen Basisfahrzeuge kommen mit sparsamen Diesel-Commonrail-Motoren und der Schadstoffklasse Euro 6E zum Händler. |
Reisemobil-Neuzulassungen nach Basisfahrzeugen 2025
Hersteller Anzahl Marktanteil
Fiat 31.370 41,8 %
Volkswagen 10.600 14,1 %
Ford 10.390 13,8 %
Citroen 8.632 11,5 %
Mercedes 8.338 11,1 %
Peugeot 2.906 3,8 %
Renaultt 1.125 1,5 %
Iveco 839 1,1 %